Das magische Dreieck der Almbewirtschaftung

Grafik: DI Siegfried Steinberger

Der Klimawandel verändert auch die Almwirtschaft. Längere Vegetationszeiten und höhere Durchschnittstemperaturen lassen mehr Gras auf unseren Almen wachsen.

Wer die Almwirtschaft heute noch ohne ein gezieltes Weidemanagement betreibt, dem gehen Schritt für Schritt „wertvolle Weideflächen“ verloren. Teilbereiche der Alm werden über den Sommer hinweg nicht mehr ausreichend abgegrast und überständig, andere werden übernutzt. Vor allem das Borstgras nimmt immer mehr Raum ein und die Weiden „vergrasen“. Nebenbei schleichen sich in Folge Zwergsträucher in die Flächen ein wie z.B. Beerensträucher, Heidekraut, Almrosen und letztlich Gehölze wie Latschen, Grünerlen, Fichten und Zirben. Wertvolle Untergräser, Kräuter und Blütenpflanzen (Biodiversität!) werden aus der Weidefläche zunehmend verdrängt.

Eine weitere, nur wenig wahrgenommene Entwicklung aufgrund der Erderwärmung ist die Verschiebung der phänologischen Jahreszeiten: Der Winter endet etwa um zwei bis drei Wochen früher. Ebenso kann ein früherer Sommerbeginn, gemessen an der Holunderblüte, nachgewiesen werden. Für den Almbauern bedeutet dies, dass auf den Almen heutzutage das Graswachstum um etwa drei Wochen früher einsetzt als in den 1970er-Jahren.

Auf vielen Almen ist der Auftriebstermin historisch festgelegt bzw. erfolgt bis heute traditionell an bestimmten Tagen. Dadurch findet das ankommende Vieh bereits einen höheren Weidebestand als in früheren Jahrzehnten vor. Auf den Almen steht somit bei gleichbleibender Weidefläche mehr Futter zur Verfügung.

Futterüberschuss im Frühjahr sorgt für Futtermangel im Herbst!

 

 So bewirtschaften Sie angepasst

Das magische Dreieck der Almbewirtschaftung besteht aus den drei wichtigen Eckpunkten:

  • Rechtzeitiger Auftriebszeitpunkt
  • Der Futteraufwuchs angepasster Viehbesatz
  • GelenkteWeideführung

Als Landwirt können Sie an diesen drei Stellschrauben drehen, um die Bewirtschaftung zu optimieren.

Dipl.-Ing. Siegfried Steinberger

arbeitet am Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft

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